Stimmungsbild

Kulturforschung

Die Veranstaltungsformen der interdisziplinären Kulturforschung sind eine Mischung aus Symposium, Retraite und Salongespräch. Schulung der Wahrnehmung, Qualitätsfragen sowie Reflexion über künstlerische Arbeit und diejenige anderer stehen im Zentrum. Dabei sollen auch die Voraussetzungen festgehalten werden, welche Kreation ermöglichen.

Eine Besonderheit des L'arc liegt darin, Theorie und Praxis zu verbinden. Es geht also nicht um eine akademische Selbstbespiegelung der Kultur, sondern um praktische und anwendungsbezogene Reflexion. Abstrakte Diskurse stehen immer in einem direkten Zusammenhang mit der künstlerischen Praxis. Aus diesem Grund wirken bei fast allen Veranstaltungen Künstlerinnen und Künstler mit und sorgen damit für die gewünschte Durchmischung.

Kultur-Begriffs-Politiken

19.08.2010 bis 21.08.2010

Eine Tagung im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Wege der Kulturforschung»

in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Giessen

Die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe «Wege der Kulturforschung» will jenen Fragen nachgehen, die im Zuge des cultural turn der Geisteswissenschaften virulent geworden sind. Die fünfte und letzte Veranstaltung soll sich dem Thema Kultur-Begriff-Politiken widmen.

Der Begriff der Kultur – und damit der Untersuchungsgegenstand der Kulturwissenschaft – hängt nicht von einer einmaligen systematischen Definition, sondern von historisch sich wandelnden Bestimmungsversuchen ab. Doch was sind die Faktoren, die den Prozess der Herausbildung unterschiedlicher Kulturbegriffe beeinflussen? Sind es neue Erkenntnisse über die Kultur selbst, sind es neue theoretische Paradigmen oder sind es womöglich forschungs- und kulturpolitische Parameter?

Im Rahmen der Tagung Kultur-Begriff-Politiken soll versucht werden, die unterschiedlichen Faktoren, die den Prozess der Kultur-Begriffs-Bildung beeinflussen, unter drei Vorzeichen, zu beschreiben.

Erstens: Inwiefern wurde und wird der Kulturbegriff durch veränderte theoretische Paradigmen, aber auch durch Theoriemoden und Theoriepolitiken rekonfiguriert – inwiefern lässt sich der Kulturbegriff als «travelling concept» (Bal) beschreiben?

Zweitens: Inwiefern wird Kulturforschung – und damit auch der Kulturbegriff – im normal science paradigm (Kuhn) durch die programmatischen Vorgaben von Forschungsförderungseinrichtungen wie der DFG oder dem SNF mit geprägt? Inwiefern sind diese programmatischen Vorgaben forschungspolitisch motivierte Grenzziehungen, die sich direkt oder indirekt auf das auswirken, was noch oder nicht mehr unter den Begriff Kultur subsumiert werden kann? Lässt sich hier eine Tendenz beobachten, die man, frei nach Wittgenstein, mit den Worten umschreiben kann: Die Grenzen meines Förderprogramms sind die Grenzen meines Kulturbegriffs?

Drittens: Inwiefern gibt es so etwas wie eine inoffizielle Kultur-Begriffs-Politik, die von Protagonisten betrieben wird, die gleichsam im «Zwischenraum» von Erkenntnis geleiteten Interessen und politischen Interessen agieren?

Teilnehmende: Emmanuel Alloa, Bernhard Kleeberg, Markus Krajewski, Ludwig Jäger, Ulrike Landfester, Philipp Mosetter, Stefan Münker, Mirjam Schaub, Claudia Schmölders, Anne Cathérine Sutermeister, Niels Werber.

Organisation: Veronika Sellier / Uwe Wirth

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